Donnerstag, 7. Dezember 2017

Das Ohr des Kapitäns - Gisbert Haefs


Moin ihr Lieben,

heute kommt mal wieder eine Rezension zu einem historischen Roman für euch online. Das EBook wurde mir freundlicher Weise vom Heyne-Verlag als Rezensionsexemplar überlassen. Vielen Dank dafür. 
Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1713 erhalten englische Händler das Monopol für die Belieferung des spanischen Kolonialreichs in Südamerika mit schwarzen Sklaven. Eines Tages weigert sich der »Händler« Jenkins (de facto wohl Schmuggler), sich von der spanischen Küstenwache vor Kuba kontrollieren zu lassen, worauf der spanische Kapitän dem Zeternden kurzerhand das linke Ohr abschneidet. Als Jenkins das Beweisstück in London vorlegt, ist das in der aufgeheizten Stimmung für England Grund genug, mit dem größten Flottenaufgebot seit der Armada zu reagieren. Es kommt zum Kolonialkrieg in der Karibik. Der später berühmte Romanautor Tobias Smollett nimmt als junger Assistenzarzt an Bord eines britischen Linienschiffs an der Unternehmung teil.
Ausnahmsweise bekommt ihr von mir nur den Klappentext als Inhaltsangabe anstatt, wie gewohnt eine eigenen Zusammenfassung. 
Warum? Leider fehlt dem Buch für mich einfach eine richtige Handlung, die man zusammenfassen könnte. Das Buch beginnt zwar sehr gut, dass einige wichtige Personen ein wenig vorgestellt werden und wie es zu dem abschneiden des Ohrs kommt, aber dann wird es schon direkt verwirrend. Gisbert Haefs macht einen riesigen zeitlichen Sprung und befasst sich mit einem ganz anderen Thema, das darauf hinausläuft, dass sich der Kapitän Belmonte mit Ortiz und O'Leary auf Schatzsuche begeben will.
Bis hierhin wäre noch alles akzeptabel für mich, aber dann verliert sich die Geschichte in einer endlosen Erzählung über einzelne militärische Strategien aus verschiedenen Blickwinkeln, die irgendwie nichts mit dem abgetrennten Ohr und auch nicht mit dem verschollenen Schatz zu tun haben. Es Reihen sich Namen an Namen, Daten an Daten. Ich hatte das Gefühl wieder einen Geschichtstext für die Schule zu lesen.
Leider fehlt der Geschichte jegliche Spannung. Es liest sich zwar nicht schlecht, aber oft wusste ich am Ende der Seite nicht alle Details, da ich einfach über manche Abschnitte hinweg gelesen habe. Sehr schade. Potenzial wäre in der Geschichte gewesen.

Viel Spaß beim Schmökern!

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