Mittwoch, 8. November 2017

Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge - Matteo Corradini


Moin ihr Lieben,

heute habe ich ein ganz besonderes Buch für euch, das zeitlich zwar schon eine ganze Weile zurück spielt, aber die Thematik nie an Bedeutung verlieren darf. Auch wenn das Buch Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge ein Jugendbuch ab 12 Jahre ist, lohnt es sich auch für jeden Erwachsenen sich mal wieder mit dem Thema auseinander zu setzen.

Inhalt

Mitten im zweiten Weltkrieg beschließen eine Gruppe Jungen, die im Ghetto Theresienstadt leben, alle anderen Kinder durch eine Zeitung über das Leben im Ghetto zu informieren und ihnen durch Geschichten auch ein wenig Hoffnung zu geben. Dabei besteht für sie immer die Gefahr entdeckt und bestraft zu werden, denn das Festhalten der Gegebenheiten im Ghetto ist verboten. Die namenlose Hauptfigur erzählt in dem Buch von ihren gemeinsamen Streifzügen durch die Straßen von Theresienstadt, um Informationen zu sammeln, ebenso von den gemeinsamen Redaktionssitzungen, auf denen beschlossen wird, welche Fakten verbreitet werden sollen. Dabei achten sie sehr auf die Genauigkeit der Daten.
Aber auch immer wieder beschreibt "ich" seine Träume, die teilweise Visionen gleichen und ihm zu der einen oder anderen Geschichte leiten. "Ich" beschreibt zudem den Wandel, der in den Jahren in der Stadt vor sich geht. Wie neue Menschen kommen, wie sich die einzelnen Bewohner die Situation meistern und wie immer wieder Freunde und Fremde deportiert werden und jeder weis, dass sie sie wahrscheinlich nie wiedersehen werden.

Fazit

Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge ist ein wunderbares und absolut lesenswertes Jugendbuch, dass auf eine sehr vorsichtige aber auch deutliche weise erzählt, wie das Leben der Juden im zweiten Weltkrieg im Ghetto aussah und welchen Ängsten sie sich jeden Tag stellen mussten. Auch wenn viele Leute immer wieder sagen, dass dieses Thema doch langsam alt wird, dass unsere Generation doch gar nicht mehr direkt mit den Geschehnissen in Verbindung steht, aber ich bin da ganz anderer Meinung. Gerade heute, in der in so vielen Ländern eine negative Stimmung gegen andere Nationen herrscht und Angst vor unbekannten Religionen vorherrscht finde ich es besonders wichtig sich mal wieder vor Augen zu führen, wohin das führen kann, wenn man die Augen davor verschließt. Deswegen spreche ich heute auch eine besondere Leseempfehlung für alle Erwachsenen aus, obwohl es sich hier um ein Jugendbuch handelt. Matteo Corradini zeigt mit dieser Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert, dass sich mit dieser Feindseligkeit nicht nur erwachsene Menschen auseinandersetzen müssen, die sich wehren könnten, sondern, dass vor allem die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, darunter leiden und sich wehrlos fügen müssen. Ein MUST-READ für das kommende Jahr.

Viel Spaß beim Schmökern!

Kommentare:

  1. Hi

    Von dem Buch habe ich noch nichts gehört, ich glaube, das klingt wirklich wie ein absolutes Must-Read! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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  2. Liebe Enna,

    mit dem Buch liebäugel ich schon seit einer langen Weile. Mir ist nur gerade wenige nach etwas so Schwerem. Im Moment habe ich "Der Junge vom Berg" ausgeliehen, aber noch nicht angefangen, eben deswegen.

    Wie Leute immer wieder sagen sollen, dass Thema soll mal ruhen, verstehe ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Wie kann man zulassen, dass solche Grausamkeiten in Vergessenheit geraten? Ich finde es schon immer so bitter, dass die Kolonialzeit und die Sklavenzeit wenig Raum bekommen. Denn obwohl das noch länger her ist als die Nazi Zeit, spielt es heute immer noch eine Rolle. Wieso sonst gibt es noch diesen Rassismus gegen Dunkelhäutige - gerade in den USA?!
    Im Sommer habe ich eine Frau kennen gelernt, die sich wirklich persönlich angegriffen gefühlt hat, wenn man über den 2. Weltkrieg geredet hat und deswegen auch der Meinung war, man soll es endlich vergessen. Ich konnte es nicht wirklich nachvollziehen, dass sie sich so angegriffen gefühlt hat. Sie meinte, sie wäre im Ausland oft deswegen dumm angemacht worden.
    Mir ist das noch nie passiert - und selbst wenn?! Nur weil es in anderen Ländern dumme Menschen gibt, darf man doch unsere dummen Menschen aus der Vergangenheit nicht vergessen.

    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Moin Lilly,
      deine Angst vor etwas Schwerem kann ich dir bei dem Buch nehmen. Da es ja für Kinder ab 12 geschrieben wurde ist es sehr angenehm zu lesen. Es wird zwar nichts beschönigt, aber auf eine "kindgerechte" Art beschrieben.

      Ich stimme dir auch zu, dass auch alle anderen geschichtlichen Missstände nie vergessen werden dürfen und jeder sich das immer mal wieder vor Augen führen sollte, um sich selber besser reflektieren zu können.

      LG

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