Freitag, 1. September 2017

Grandhotel Angst - Emma Garnier


Moin ihr Lieben,

ja auch ich lasse mich durch Covers manchmal verführen und wenn dann noch so ein vielversprechender Titel dazu kommt, dann ist es um mein Thriller-Fanherz geschehen.

Inhalt

Die junge Eleonor kommt aus einem über behütenden Elternhaus. Sie darf keinen Schritt ohne Begleitung machen. Dann lernt sie den 15 Jahre älteren Oliver Dickinson kennen und lieben. Er eröffnet ihr eine neue Welt, die geprägt ist durch Luxus und Reisen. Er bietet ihr die Möglichkeit aus dem kleinen englischen Ort Wormingfort auszubrechen und in London zu leben. Nach nur wenigen Monaten beschließen sie zu heiraten und ihre Flitterwochen an der beschaulichen italienischen Riviera zu verbringen in dem renommierten Grandhotel Angst. Alles fängt so gut an, aber die Glücksgefühle halten nur kurz an.
Schon vor dem Einchecken ins Hotel beginnen die komischen Ereignisse. Eine Hotelangestellte erschrickt bei Nells Anblick, da sie - wie sich schnell raus stellt - dem vermeintlichen Hausgeist wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht. Dann tauchen auch unverhofft Geschäftspartner von ihrem Mann auf, von denen einer direkt in den ersten Nächten ermordet wird. Die Indizien sprechen dafür, dass es Nell gewesen sein soll.
Wenn das nicht schon alles Aufregung genug wäre, muss Nell auch feststellen, dass sie von ihrem frisch Angetrauten so gut wie gar nichts weis. Nicht wie seine erste Frau vor nicht einmal einem Jahr verstorben ist oder womit genau er sein Geld macht. Nachfragen ist aber auch nicht gestattet. Immer mehr offene Fragen sammeln sich an ohne das Nell Hoffnung darauf hat, dass sie Antworten bekommt. Zumal jeder den sie fragt ihr andere Antworten liefert.

Fazit

Das Buch lebt von seiner Atmosphäre. Es spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Emma Garnier gelingt es auf einer wunderbare Weise die gesellschaftliche Rolle von Frauen in der Zeit einzufangen, ebenso wie die landschaftlichen Eindrücke. Man fühlt sich, als ob man selbst an der italienischen Küste stehen würde und die Aussicht auf das Meer genießen würde. Wirklich einmalig.
Leider ist für mich die Story durch diese vielen Beschreibungen der Umgebung und Banalitäten der damaligen Zeit - Bridgeabende, Cocktailrunden - ein wenig zu kurz gekommen. Außerdem bin ich bis zum Schluss einfach mit keiner Figur warm geworden. Obwohl es in einer ganz anderen Zeit spielt, mit anderen gesellschaftlichen Werten und Normen, ist mir die Figur Nell mit ihrer passiven Rolle in der Ehe und dem unsicheren Verhalten in fast jeder Situation irgendwann auf die Nerven gegangen und ich hätte sie am liebsten geschüttelt. Auch ihr Mann mit seiner herrischen, teilweise aggressiven Art war mir von Anfang an unsympathisch. Der beschriebene Charme, mit dem er die Leute in seinen Bann gezogen haben soll ist bei mir nicht einmal angekommen. 
Von mir leider keine Leseempfehlung, aber bildet euch doch selber eine Meinung. Einen Link zur Leseprobe findet ihr unten.

Viel Spaß beim Schmökern!

Leseprobe

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe "Grandhotel Angst" vor kurzem gelesen und auch mir waren die Beschreibungen der Umgebung manchmal zu viel. Mit den meisten der Charaktere hatte ich auch so meine Probleme und ich hatte etwas mehr Grusel erwartet, aber ansonsten fand ich das Buch eigentlich ganz ok :)

    Grüße, Sabrina

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    1. Moin Sabrina,
      ich habe es auch nicht bereut es gelesen zu haben, aber es wird mir wahrscheinlich auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Es ist ein Buch, bei dem jeder sich eine eigene Meinung bilden muss.
      LG

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