Dienstag, 20. Juni 2017

The Girls - Emma Cline


Moin ihr Lieben,

jetzt im Sommer ist auch die Festival-Saison wieder voll im Gange und man bekommt auf der einen oder anderen Veranstaltung doch wieder so ein leichtes FlowerPower-Feeling zu spüren. Passend dazu ist mir das Buch "The Girls" von Emma Cline in die Finger gefallen. Allerdings bekommt der Leser in dem Buch ein realistischeren Eindruck und es werden auch die Schattenseiten der Zeit aufgezeigt.

Die 14-jährige Evie steckt mitten in der Pubertät. Sie weis nicht genau wer sie selber ist, fühlt sich ungesehen und machtlos, da ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt wird. Ihre Eltern - vor allem ihre Eltern - haben genug mit sich zu tun. Sie leben in Trennung und jeder ist mit neuen Partnern und der Selbstfindung beschäftigt. Zudem soll Evie nach dem Sommer aufs Internat gehen und ihre beste und einzige Freundin Connie zurücklassen. Nicht zuletzt ist sie mit der Findung ihrer sexuellen Orientierung überfordert. Connies Bruder ist zwar interessant, aber da gibt es auch dieses Mädchen.

Dieses Mädchen - Suzanne - gehört zu einer Gruppe von Mädchen, die auf den ersten Blick selbstbewusst und frei erscheinen, wenn auch ein wenig ungepflegt. Einfach wild. Evie ist sofort fasziniert und als sie Suzanne noch einmal in einem Drugstore begegnet muss sie sie einfach ansprechen. Sie will Suzanne beeindrucken. Will von diesem Mädchen gesehen werden. Zwar gelingt es ihr, aber Suzanne verschwindet erneut. Als Evie nach einem Streit mit ihrer Mutter flüchtet wird sie auf der Straße von Suzanne und den anderen Mädels aufgegriffen und zu einer Sommerwendeparty eingeladen. Diese Party ist der Anfang von Evies sommerlichen Abenteuer, der Erfahrung von Freiheit und Unabhängigkeit, dem Versuch in einer scheinbar perfekten Gesellschaft zu leben. Selbstverständlich helfen verschiedene Drogen dazu bei sich frei und glücklich zu fühlen.

Doch in der Kommune ist vieles anders als es scheint und irgendwann dringt das auch zu Evie durch. Als sie an einem Abend spontan mit auf Tour geht rettet Evies Freundschaft zu Suzanne ihr Leben, auch wenn es eine Weile dauert bis sie es bemerkt.

Das Buch hat mich auf eine ganz besondere Art beeindruckt. Es versucht einen Einblick zu geben, wieso die Menschen Ende der 60er so fasziniert vom Leben in der Kommune waren. Welche Ziele und Visionen sie damit verfolgten. Aber auch, wie gutgläubige junge Menschen ausgenutzt wurden durch ihren Wunsch auf eine bessere Welt. Selbstverständlich dreht sich in dem Buch viel um Peace und Free Love, aber es zeigt auch immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit auf. Das sich manches gar nicht so sehr verändert hat. Das die Hippie Zeit durch die Zeit ein wenig idealisiert wurde.

Meiner Meinung nach eine Leseempfehlung für jeden.

Viel Spaß beim Schmökern!

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