Mittwoch, 28. Juni 2017

All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven




Moin ihr Lieben,

heute gibt es mal wieder etwas fürs Herz, also haltet eure Taschentücher bereit. Jennifer Niven zeigt auf eine wunderbare Weise, dass Menschen nicht in Kategorien eingeordnet werden können, da sich anscheinend total verschiedene Charaktere sich manchmal doch ähnlicher sind als man denkt.

So geht es auch Theodore Finch und Violet Markey. Plötzlich stehen der Schulfreak und die beliebte Cheerleaderin zur selben Zeit auf dem Schulturm um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Theodore fühlt sich ungesehen und weis nicht, wer er ist. Violet trauert noch immer um ihre Schwester, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, den sie jedoch überlebt hat.

Finch überredet Violet es nicht zu tun und verpflichtet sie anschließend mit ihm zusammen ein Schulprojekt zu machen. Damit beginnt ihre gemeinsame Reise durch ihre Vergangenheit, um sie aufzuarbeiten und in eine bessere Zukunft zu starten.

Am Anfang lebt Violet sehr zurückgezogen. Nach dem Unfall hat sie sich von ihren Freunden zurück gezogen, alle Hobbies aufgegeben und sich in ihrem Zimmer verkrochen. Zudem war es für sie unvorstellbar auch nur in ein stehendes Auto zu steigen, geschweige denn wieder zu fahren. Im Laufe der Geschichte hilft Finch ihr schrittweise wieder zu einem normalen Leben zurück zu kehren. Sie geht wieder aus dem Haus und fährt wieder in Autos mit. Irgendwann fängt Violet sogar wieder mit ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben, an. Zunächst hat sie in Finch auch nur den Freak gesehen und hat nur mitgemacht, da ihr die Kraft für den Widerstand fehlte, aber mit der Zeit entdeckt sie die Person hinter der Fassade und entwickelt Gefühle für diesen einfühlsamen Jungen mit der schwierigen Vergangenheit.

Seit Finch denken kann fühlt er sich für die Frauen in seiner Familie verantwortlich um sie gegen die Launen seines Vaters zu beschützen. So ist es für ihn selbstverständlich auch Violet vor sich selbst zu beschützen und ihr die positiven Seiten des Lebens aufzuzeigen. Dabei kämpft er immer wieder damit von seinen eigenen Gefühlen überwältigt zu werden und einfach wieder Einzuschlafen. Zu Beginn des Buches ist er gerade wieder Aufgewacht und bekommt schon bald das Gefühl, dass Violet ihm beim Wachbleiben helfen könnte. Das er durch das Projekt nicht nur ihr, sondern auch sich selber helfen kann. Mit der Zeit entwickelt auch er immer mehr Gefühle für Violet. Dennoch lassen sich seine Selbstmordfantasien nicht vollständig verdrängen und auch seine Familienprobleme spitzen sich immer weiter zu.
Jennifer Niven beschreibt die gemeinsame Zeit zweier Menschen aus zwei verschiedenen Perspektiven.Sie zeigt dem Leser, wie das eigene Leben durch andere beeinflusst werden kann und wo der Einfluss von Außen an seine Grenzen stößt. Ihr gelingt es die Beziehung der beiden sich langsam entwickeln zu lassen. Ebenso gestaltet sie die Hauptfiguren Vielschichtig, auch wenn die restlichen Figuren Stereotypen entsprechen.

Eine definitive Leseempfehlung meinerseits - wie immer vorausgesetzt, dass man dem Genre offen  gegenüber ist. Selbstverständlich kann man in dem Buch auch auf ein paar Details stoßen, die immer gerne genommen werden, wenn die Figuren tiefgründig und leicht depressiv sein sollen - Texte von Brontë und Virginia Woolf und Gitarre spielen - , aber im Großen und ganzen ist es wirklich ein besonderes Buch, dass es sich lohnt zu lesen.

Viel Spaß beim Schmökern!



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