Mittwoch, 24. Mai 2017

Die Ernte des Bösen - Robert Galbraith


Moin liebe Bücherwürmer,

bei meinem letzten Bibliotheksbesuch hab ich mal wieder richtig zugeschlagen und mir unter anderem den dritte Teil der Cormoran-Strike-Reihe von Joanne K. Rowling ausgeliehen, den sie unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht hat. Im Weiteren werde ich das Pseudonym für den Autor verwenden. Der Klappentext klang für mich wirklich vielversprechend und ich war gespannt, ob mich dieses Geschichte genauso fesseln kann wie die Harry-Potter-Bücher - auch wenn es sich um ein neues Genre handelt.

Cormoran Strike arbeitet als Detektiv in London. Seinen Dienst bei der Militärpolizei hat er auf eigenen Wunsch quittiert, nachdem er ein Bein durch einen Bombenanschlag verloren hatte. Unterstützt wird er von der jungen hübschen Robin Ellacott, die ihm über eine Zeitarbeitsfirma geschickt wurde und geblieben ist, nachdem sie ihm bewiesen hat, dass sie mehr zu bieten hat als nur ein nettes aussehen.

In "Das Erbe des Bösen" wird Robin ein abgetrenntes Frauenbein per Kurier zugeschickt. In dem Paket befindet sich zudem eine Notiz, die in direkter Verbindung zu Cormorans Jugend und dem Groupieleben seiner Mutter steht. Schnell fallen Strike vier Verdächtige ein, die durchaus einen Grund dazu hätten ihn auf diese Art und Weise zu bedrohen, wobei die Polizei sich nur für einen Verdächtigen interessiert, den Strike als Detektiv überführt hat. Die Ermittlungen entwickeln sich in verschiedene Richtungen, bei denen sich die Hinweise verdichten, dass Robin das nächste Opfer des Mörders sein soll und er ihr bereits gefährlich nah gekommen ist.

Galbraith hatte zwar eine gute Idee für einen Krimi, besonders das Thema unter BIID leidender Personen*, die dadurch ein ideales Ziel für den Mörder darstellten ist interessant. Auch die Beschreibung der Verdächtigen mit ihren jeweiligen Beweggründen für die Tat ist gelungen.
Mit vier potentiellen Verdächtigen hat das Buch meiner Meinung allerdings ein paar zu viel. Die gesamte Geschichte wird unnötig in die Länge gezogen indem sehr detailliert den verschiedenen Spuren nachgegangen wird.  Zusätzlich wird die gesamte Geschichte durch das problematische Privatleben beider Protagonisten ziemlich strapaziert. Ich erfahre zwar gerne immer mehr über die Charaktere in Verlauf einer Geschichte, aber mir wurde es zu viel, dass sowohl Strike als auch Robin in Beziehungsproblemen steckten, dann noch bei beiden die traumatische Vergangenheit aufgearbeitet wurde und dann noch so viele Nebenschauplätze zu den vielen Verdächtigen eröffnet wurden. Irgendwann wusste ich nicht mehr so ganz, welche Hintergrundgeschichte zu welcher Figur gehörte.

Eine Empfehlung kann ich von meiner Seite leider nicht aussprechen, da ich wirklich enttäuscht war, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Auf jeden Fall kann man den dritten Teil ohne Weiteres lesen, auch wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt. Galbraith fast die Kernpunkte aus den ersten Teilen immer wieder auf, wenn es für das Verständnis sinnvoll ist oder auch nicht.

Viel Spaß beim Schmökern!

*Personen, die unter BIID leiten wünschen sich die Amputation von gesunden Körperteilen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen