Mittwoch, 5. April 2017

Die Sprache der Knochen - Kathy Reichs

Moin Bücherfreunde,

seit langem habe ich mir mal wieder ein Kathy Reichs-Roman ausgeliehen um Temperance Brennan bei einem neuen Abenteuer - dieses mal in North Carolina - zu begleiten.

In "Die Sprache der Knochen" steht Brennan vor dem Rätsel eines verschwundenen Mädchens, dass von niemandem vermisst wird, das aber Opfer eines Mordes geworden sein soll.
Anstoß zu dem Abenteuer gibt die Amateur-Ermittlerin Hazel "Lucky" Strike, die eine Tonaufnahme der verschwundenen Cora Teague gefunden hat - an einem Ort, an dem Jahre zuvor unidentifizierte Knochenfragmente gefunden wurden.
Obwohl Brennan der Geschichte skeptisch gegenüber steht und Hazel Strike eine Zusammenarbeit verweigert, kann sie es dennoch nicht sein lassen in der ganzen Geschichte etwas nach zu haken und begibt sich auf die Spuren von religiösem Extremismus und festen Familienbanden.
In diesem Fall ermittelt Brennan überwiegend auf eigene Faust, sogar ohne mentale Unterstützung durch Detective Ryan. An manchen Stellen hilft ihr nur der ortsansäßige Deputy Zeb Ramsey. Zusammen finden sie an verschiedenen Aussichtspunkten rund um den Brown Mountain weitere Knochenfragmente, die jedoch nur wenig zur Aufklärung des Falles beitragen können.

Um mehr über das verschwundene Mädchen zu erfahren nimmt Brennan Kontakt zu dessen Familie auf, die einer Pfingstkirche angehören und kein Interesse zu haben scheinen zu erfahren, wo ihre Tochter sich aufhält, da sie davon ausgehen, dass sie mit einem Jungen aus der Gemeinde durchgebrannt sei.
Überraschend wird Brennans Tippgeberin Hazel Strike selbst zum Mordopfer ohne weitere Hinweise auf den Täter hinterlassen zu können, nachdem sie mehrfach versucht hat Brennan zu erreichen.

Erst durch Andeutungen der Schwester des ebenfalls verschwundenen Jungens kommt Brennan schließlich auf die richtige Spur von chronischen Krankheiten, zweifelhaften religiösen Praktiken und persönlichen Schicksalen. Um ein großes Familiengeheimnis aufzudecken riskiert sie sogar ihr eigenes Leben.

Ich habe bereits mehrere Bücher der Brennan-Reihe gelesen und war begeistert davon, wie Kathy Reichs die Balance zwischen spannenden Ermittlungen - gepaart mit viel Fachwissen - und einer persönlichen Entwicklung der Figuren hinbekommen hat. Zudem hat die Beziehung zwischen Temperance Brennan und Detective Andrew Ryan hat den Büchern immer auch eine menschliche Seite gegeben.

Mit diesen Erwartungen habe ich mich auf den neusten Band "Die Sprache der Knochen" gestürzt und war dann doch ein wenig enttäuscht. Bislang ist dieses Buch - meiner Meinung nach - das Schwächste der Reihe. Alles wird im Schnelldurchlauf erzählt ohne in die Tiefe zu gehen. Mit Ryans Antrag - mit dem das letzte Buch endet - befasst Temperance sich während der Vorbereitung ihrer Steuererklärung. Die Lösung des Falls fällt ihr quasi zufällig in den Schoß, während sie gefühlt pausenlos durch die Berge fährt. Generell kam mir der gesamte Fall aufgewärmt vor. Streng religiöse Menschen aus dem "Nirgendwo", die alles Andersartige dem Teufel zuschreiben und versuchen dies durch fragliche Riten zu ändern - ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen.

Der einzige vielversprechende Ansatz in dem Buch war der Aufhänger am Anfang, wo Reichs Internetplattformen beschrieben hat, auf denen sich Privatpersonen gemeinsam versuchten unbekannte Tote zu identifizieren. Leider wurde dieses Thema nicht bis Ende durchgezogen.

Mein Fazit : Kathy Reichs kann es definitiv besser. Ich würde das Buch daher keinem empfehlen, der mit dieser Reihe anfangen möchte. Für eingefleischte Fans ist es auch nur bedingt als Lückenfüller zu empfehlen bis das nächste - hoffentlich bessere - Buch der Reihe veröffentlicht wird.

Viel Spaß beim Schmökern!

Kommentare:

  1. Hi,

    früher habe ich Kathi Reichs auch gerne gelesen, bin dann aber davon abgekommen. Das hier klingt auch wirklich nicht nach ihrem besten Buch!

    Liebe Grüße und ich folge dir mal! :D

    Jessi

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    1. Moin Jessi,

      zu ihren Besten gehört es definitiv nicht. Sollte das nächste auch so sein, werde ich wahrscheinlich auch keine weiteren Bücher von Ihr lesen.

      Liebe Grüße

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