Mittwoch, 12. April 2017

Die Schwester - Joy Fielding

Moin Bücherfreunde,

greift ihr bei eurer Wahl des nächsten Buches auch gelegentlich auf einen vertrauten Schriftsteller zurück, weil ihr wisst, dass ihr dann ein gutes Buch erwarten könnt?
So war es zumindest bei mir, als ich mir in meiner Stadtbibliothek  "Die Schwester" von Joy Fielding ausgeliehen habe - und wurde trotzdem mehr als positiv überrascht.

Zur Feier ihres zehnten Hochzeitstages machen Caroline und Hunter Shipley mit ihren beiden kleinen Töchtern Urlaub an der mexikanischen Küste. Am letzten Abend verabredeten sie sich mit Freunden im Hotelrestaurant, um auf ihr Jubiläum anzustoßen.
Als die Babysitterin nicht erscheint und sich kein Ersatz auftreiben lässt, beschließen Caroline und Hunter ihre Töchter alleine auf dem Zimmer zu lassen und in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Den ganzen Abend über läuft alles ohne Probleme. Als Caroline vor dem Schlafen gehen noch ein letztes Mal nach den Mädchen sehen will ist die zweijährige Samantha nicht mehr in ihrem Bett und auch sonst nirgends im Hotel zu finden.
In den nächsten fünfzehn Jahren geht Caroline durch ihre persönliche Hölle aus Hoffnung, Enttäuschung und öffentlicher Bloßstellung. Trotzdem geht sie jedem Hinweis auf den Verbleib ihrer Tochter nach -  ungeachtet, dass ihre Ehe und die Beziehung zu ihrer älteren Tochter dabei auf der Strecke bleiben.
Kurz vor dem fünfzehnten Jahrestag bekommt Caroline einen Anruf, der ihr mühsam wieder aufgebautes Leben total auf den Kopf stellt.

Ein junges Mädchen, dass sich Lili nennt meldet sich bei Caroline und behauptet Samantha zu sein. Sie begründet ihren Verdacht damit, dass sie ihrer eigenen Familie in keinem Punkt ähnelt, dafür aber den Phantomzeichnungen von Samantha - wie sie als Teenager aussehen könnte.
Herauszufinden ob sie die vermisste Tochter ist oder nicht gestaltet sich komplizierter als gedacht und bei dem Versuch lichtet sich allmählich, was in Mexiko wirklich passiert ist.

Joy Fielding wechselt in der Erzählung immer wieder zwischen der Gegenwart und Ereignissen in der Vergangenheit. Dadurch wird klar, wie sich die Leben der einzelnen Familienmitglieder weiterentwickelt haben ohne die Verbindung zueinander zu verlieren. Wie die Medien das Schicksal einer Familie immer wieder für eine Schlagzeile ausschlachten ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für die Betroffenen.

"Die Schwester" ist einfach ein fesselndes Buch, das bis zum letzten Kapitel die Spannung behält und in einem überraschenden Finale endet.
Seit langem war es mal wieder ein Buch, das ich nicht zur Seite legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe.
Es kennzeichnet sich durch sehr charakterstarke Figuren aus, deren Beziehungen zueinander alles andere als einfach sind. Diese zwischenmenschlichen Spannungen steigern die allgemeine Spannung, ob Lili in Wirklichkeit Samantha ist und falls sie es ist, wie sie verschwinden konnte und wo sie die ganze Zeit über gewesen ist.

Ich kann es einfach jedem empfehlen. Leuten, die bereits Bücher von Joy Fielding gelesen haben genauso wie Personen, die diese kreative Autorin die erste Chance geben wollen. Viel mehr lässt sich nicht mehr sagen ohne zu viel zu verraten.

Viel Spaß beim Schmökern!

1 Kommentar:

  1. Hey!
    Sehr gelungene Rezension! Ich habe von Joy Fielding leider noch nie etwas gelesen, werde mir "Die Schwester" nun aber auf die Wunschliste setzen.

    Liebe Grüße
    Antonia

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